27.05.2026
Autoren: Jamie Bigler und Lukas Ebnöther
Ende Mai waren wir als UX-Designer von jls digital am UX Camp Europe 2026 in Berlin dabei, einer der grössten UX-Konferenzen im europäischen Raum. Rund 600 Teilnehmende, zwei intensive Tage, über 80 Sessions, ein Branchentreff, der zeigt, wo UX gerade steht und wohin die Reise geht.
UX Camp Europe 2026.
Das UX Camp Europe ist kein gewöhnliches Konferenzformat. Als Barcamp können Teilnehmende selbst Sessions einreichen und halten, spontan, auf Augenhöhe und ohne klassische Keynote-Bühne. So entsteht ein dichtes Programm direkt aus der Community. Über zwei Tage gab es im Berliner Humboldt Forum mehr als 80 Sessions rund um UX, Design und Produktentwicklung. Was uns besonders aufgefallen ist, die Branche steht kollektiv an einem Wendepunkt.
Der rote Faden: KI verändert den UX-Beruf.
KI war das dominierende Thema am #uxce26, aber nicht als Hype oder Angst, sondern als konkrete Praxisfrage. Wie verändert KI die tägliche Designarbeit, und was bleibt dabei menschlich und unverzichtbar?
Eine klare Antwort kristallisierte sich heraus. Designer bleiben ein zentraler Bestandteil guter Software, der Fokus verschiebt sich aber. Empathie, nutzerzentriertes Denken und das Verstehen komplexer menschlicher Bedürfnisse werden wichtiger, während repetitive Aufgaben durch KI effizienter werden. Auch bei jls digital sind wir diesen Weg bereits gegangen, wir optimieren Workflows KI-gestützt und automatisieren Teilaufgaben dort, wo es sinnvoll ist.
Zusammenarbeit statt Silos, auch mit KI.
Eine der stärksten Erkenntnisse kam aus Sessions rund um Human Collaboration. Der Design-Prozess verdichtet sich, einzelne Phasen rücken näher zusammen, und Abstimmungen müssen direkter und kontinuierlicher stattfinden, zwischen Menschen wie auch zwischen Mensch und KI.
Genau hier liegt das Risiko. Je mächtiger Tools werden, desto einfacher ist es, dass Teams in Silos arbeiten und dabei Konsistenz verlieren. Die Gegenmassnahme ist klar, Austausch, Transparenz und eine kollaborative Arbeitskultur. KI ist kein Einzelkämpfer-Tool, sondern etwas, das bewusst ins Team eingebunden werden muss.
Was das konkret für Product Teams bedeutet:
- Klärt Rollen und Verantwortlichkeiten früh, sonst wird Tempo schnell zu Chaos.
- Definiert Standards für Qualität, Sprache und Komponenten, sonst entstehen Brüche im Produkt.
- Plant kurze Feedback-Schleifen ein, sonst verlagert sich die Reibung nur nach hinten.
Figma MCP und neue Werkzeuge im UX-Workflow.
Konkret wurde es in der Figma MCP Demo. Für uns als jls-Team keine Neuigkeit, aber die Session hat neue Denkanstösse geliefert, wie sich Figma als zentrales Werkzeug im KI-gestützten Workflow weiterentwickelt. Die Demo zeigte eindrücklich, wie Design-Übergaben und Komponenten durch KI-Integration beschleunigt werden können. Ergänzt wurde das durch Trends rund um Mobile Design und Animationstechniken, Bereiche, die im direkten Kundenkontakt bei jls digital täglich eine Rolle spielen.
Was wir mitnehmen: Eindrücke aus erster Hand.
Was uns am meisten beeindruckt hat, waren die Gespräche mit Designerinnen und Designern aus internationalen Agenturen, Startups und Grossunternehmen. Das Gefühl war überall dasselbe, alle stehen gerade am gleichen Wendepunkt. Die Frage ist nicht mehr, ob KI den UX-Beruf verändert, sondern wie.
Die Antwort, die wir mitgenommen haben, wer die menschliche Seite des Designs stärkt, also Empathie, Storytelling und echtes Nutzerverstehen, wird mit KI im Rücken stärker sein als je zuvor.
Fazit.
Das UX Camp Europe 2026 hat bestätigt, was wir bei jls digital täglich erleben: KI ist kein Ersatz für gutes UX-Design, sondern ein Verstärker. Wer die Grundlagen beherrscht, kann mit den neuen Tools den Unterschied machen. Wir kommen mit frischen Ideen, neuen Kontakten und noch mehr Motivation zurück.
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FAQs
Wie verändert KI den UX-Beruf?
KI nimmt Tempo in repetitive Aufgaben, zum Beispiel Varianten, Zusammenfassungen und erste Strukturentwürfe. Gleichzeitig werden Empathie, Kontextverständnis und saubere Entscheidungen wichtiger, weil genau dort UX-Qualität entsteht.
Welche UX-Aufgaben eignen sich für KI, ohne dass die Qualität leidet?
Gut funktionieren klar umrissene Aufgaben mit Wiederholung, etwa Ideation, Textvarianten oder Dokumentation. Kritisch wird es bei sensiblen Kontexten, Priorisierung und Interpretationen von Nutzerbedürfnissen, dort braucht es menschliche Verantwortung.
Was bedeutet das für Product Teams und Zusammenarbeit im UX-Prozess?
Der Prozess verdichtet sich, Feedback-Schleifen werden kürzer, Abstimmungen müssen kontinuierlicher passieren. Wenn KI eingesetzt wird, braucht es gemeinsame Standards, klare Rollen und Transparenz, sonst entstehen schneller Silos und Inkonsistenzen.
Was nehmen wir aus dem UX Camp Europe 2026 für Kundenprojekte mit?
Wir haben gesehen, welche KI-Workflows in Teams wirklich funktionieren und wo sie scheitern. Daraus leiten wir klare Standards für Zusammenarbeit, Übergaben und Qualität ab, die wir in jls-Projekten direkt anwenden.
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