Sienna Gabriel
Mediamatikerin in Ausbildung
Pipsi, ein blauer Vogel, hat seinen Schwarm verloren und ich hatte die Aufgabe, ihm zu helfen, ihn wiederzufinden. Für das jls Sommergame 2026 durfte ich als lernende Mediamatikerin mein erstes eigenes Game designen und programmieren: «Der Ruf der Federn». Zu Beginn habe ich mir überlegt, was für ein Spiel es überhaupt werden soll. Über Pinterest und erste Recherchen holte ich mir Inspiration und gestaltete mehrere Konzepte: Vom Merge-Game mit Muscheln über ein Melonen-Stacking-Game, bis hin zu einem Flappy-Bird im Sommer-Style.
Entschieden habe ich mich schliesslich für das Flappy-Bird-Prinzip. Es ist einfach zu verstehen, macht trotzdem Spass und liess sich gut an das Sommer-Thema anpassen. Ausserdem hatte ich genug Freiheiten, um eigene Ideen, wie die Collectibles einzubauen.
Von der Idee zum Design.
Für den Look habe ich mich für einen Pixel-Stil im sommerlichen Setting, mit Sonnenuntergängen in Pixel-Welten und ähnlichen Motiven, entschieden. Auf einem Moodboard habe ich Farbpalette, Pixel-Icons und Beispielbilder gesammelt, sodass ich eine klare Vorstellung von Stimmung, Farben und Elementen hatte, bevor ich mit dem eigentlichen Design begann.
Beim Arbeiten mit Figma war die grösste Herausforderung, Components und Auto-Layout zu verstehen. Anfangs war mir nicht klar, wozu ich sie brauche, wenn ich alles auch manuell hinbekomme. Am Schluss war ich aber froh darüber: Sobald ich den Haupt-Component anpasste, wurden alle anderen automatisch mitangepasst. Das hat vieles enorm vereinfacht und mit der Zeit setzte ich Auto-Layout immer sicherer ein.
Storytelling & Charaktere erwecken das Game zum Leben.
Ein Spiel lebt nicht nur von Mechaniken und dem Interface. Das Storytelling und die Charaktere machen es erst spannend. Im Zentrum steht Pipsi, ein blauer Vogel, der seinen Schwarm verloren hat. Niemand weiss genau, wohin die anderen Vögel verschwunden sind. Doch Pipsi findet immer wieder kleine Hinweise, die ihn Schritt für Schritt näher zu seinem Schwarm führen.
So beginnt seine Reise quer durch verschiedene Welten. Sie startet am Strand, wo Pipsi zwischen Sommerstimmung und Meer seine ersten Hinweise sammelt: Muscheln. Danach führt ihn die Spur in die Savanne, die weiter, trockener und wilder wirkt und wo er Mangos sammelt. Als nächstes erreicht er die Iguazú-Wasserfälle, eine der spektakulärsten Stationen, zwischen tosenden Wassermassen, Felsen und Regenbogen, wo Perlen auf ihn warten. Am Ende führt die Spur tief in den Amazonas: Nebel, Lianen und dichter Urwald machen diese Welt zur wildesten Station. Hier ist Pipsi seinem Schwarm am nächsten und deshalb wartet hier auch das wichtigste Bonus-Item: Die goldene Feder, die für den entscheidenden Hinweis steht.
Bei der Gestaltung war mir wichtig, dass jede Welt ihren eigenen Charakter bekommt und trotzdem eine zusammenhängende Reise erkennbar bleibt. So wirkt jede Station frisch, während Pipsi als vertrauter Begleiter durch alle Welten führt.
User Experience und Gamification.
Die User Experience stand im Mittelpunkt. Ziel war ein spielerisches und motivierendes Erlebnis für alle Teilnehmenden. Die Spieler:innen begleiten Pipsi auf einer schnellen Flugreise, steuern ihn durch die Welten, weichen Hindernissen aus und sammeln Bonus-Items.
Besonders wichtig war die Gamification: Jedes eingesammelte Item, ob Muschel, Mango, Perle oder goldene Feder, bringt Punkte fürs Team und hilft Pipsi, der Spur seines Schwarms weiter zu folgen. Pipsi ist dabei nicht sofort verloren, wenn etwas schiefgeht. Er hat drei Herzen und verliert bei einem Zusammenstoss jeweils eines. Erst wenn alle drei aufgebraucht sind, endet der Run. So bleibt das Spiel fair und jedes Team hat die Chance, sich nach einem Fehler wieder zu fangen.
Schafft Pipsi die ganze Route, beginnt die Reise von vorne, denn die Suche ist noch nicht abgeschlossen. Über zwei Wochen zählen alle Runs ins Teamranking. Am Ende gewinnt das Team, das Pipsi am besten durch seine Reise begleitet und die meisten Punkte gesammelt hat.
Reflexion: Mein erstes Game-Projekt.
Zu Beginn stand ich dem Projekt mit einer gewissen Unsicherheit gegenüber, sowohl was den Projektablauf als auch die Programmierung betraf. Im Verlauf der Arbeit habe ich jedoch gemerkt, dass sich die Aufgaben Schritt für Schritt erschlossen. Dank der strukturierten Arbeit mit Jira-Tickets sowie der Unterstützung des Teams und von Claude Code konnte ich die einzelnen Aufgaben gezielt abarbeiten. Mit zunehmendem Verständnis wuchs auch die Freude am Programmieren.
Besonders im Bereich UX-Design und in der Arbeit mit Figma konnte ich mein Wissen deutlich erweitern. Dabei wurde mir bewusst, wie stark kleine Details, etwa das Drei-Herzen-System oder das visuelle Feedback beim Einsammeln von Items – das Nutzererlebnis prägen. Rückblickend war dieses Projekt eine wertvolle Lernerfahrung, auf deren Ergebnis ich stolz bin.
FAQs.
Was ist Gamification?
Gamification bedeutet, spielerische Elemente wie Punkte, Level, Ranglisten oder Belohnungen in einen an sich nicht-spielerischen Kontext einzubauen. Ziel ist es, Motivation und Engagement zu steigern. In «Der Ruf der Federn» sorgen zum Beispiel das Punktesystem, die Bonus-Items und das Teamranking dafür, dass die Spieler:innen dranbleiben.
Was ist Figma und wozu wird es genutzt?
Figma ist ein browserbasiertes Design-Tool für UI- und UX-Design. Damit lassen sich Benutzeroberflächen gestalten, Prototypen bauen und dank Funktionen wie Components und Auto-Layout effizient anpassen. Für mein Game habe ich in Figma das komplette Design von den Screens bis zu den einzelnen Elementen aufgebaut.
Wie läuft die Mediamatik-Ausbildung bei jls ab?
Die Ausbildung bei jls ist sehr praxisnah. Statt nur Theorie zu lernen, übernimmt man von Anfang an eigene Projekte und wächst an echten Aufgaben. Man bewegt sich zwischen Design, Entwicklung, Marketing und Media und wird dabei von erfahrenen Mitarbeitenden unterstützt. Das jls Sommergame ist ein gutes Beispiel dafür: Ein Projekt, das man von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt selbst begleitet.
Mehr zu Gamification & der Ausbildung bei jls.
Blogbeitrag «Die Ausbildung zum ICT-Fachmann bei jls.»
Blogbeitrag «Mediamatik Ausbildung bei jls.»