07.04.2026
Autor: Damian Schärli
Kaufentscheidungen fallen im Supermarkt oft in wenigen Sekunden. Kund:innen stehen vor dem Regal, vergleichen Produkte und greifen zu. Genau in diesem Moment liegt die Stärke von In-Store Retail Media: Botschaften erscheinen dort, wo sie unmittelbar Wirkung entfalten können.
Digital Signage am Point of Sale bietet dafür einen signifikanten Mehrwert. In der Praxis wird jedoch schnell klar: Die eigentliche Herausforderung liegt nicht bei der Hardware, sondern im Betrieb. Wirkung entsteht erst dann, wenn Inhalte zuverlässig, aktuell und lokal relevant ausgespielt werden.
Warum In-Store Screens am Regal wirken.
Eine Stele in Regalnähe wirkt im direkten Kontext der Kaufentscheidung. Damit eine Botschaft in diesem Umfeld funktioniert, muss sie zur Filiale, zum Sortiment und zur aktuellen Aktion passen.
Genau das macht In-Store Screens für Retail Media attraktiv. Gleichzeitig steigt damit die Komplexität. Premium-Platzierung allein reicht nicht. Ohne passende Inhalte bleibt Potenzial ungenutzt.
Premium-Inventar, hoher Content-Aufwand.
In vielen Setups sind Hardware, Formfaktor und Rollout heute gut lösbar. Die Herausforderung beginnt bei der Content-Bespielung.
Typische Hürden in der Praxis:
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Manuelle Anpassungen pro Filiale und Sortiment
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Lange Schleifen mit Brand-Assets und Freigaben
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Hoher Operations-Aufwand im Tagesgeschäft
Ohne passenden Content entfaltet Digital Signage am POS seine Stärke nicht. Wenn jede Kampagne operativ wie ein Einzelprojekt abgewickelt wird, bleibt das Angebot punktuell nutzbar, aber nicht skalierbar.
Praxisbeispiel: Skalierbare Regal-Stelen im Supermarkt.
Im Migros-Kontext war das Zielbild klar: Regal-Stelen sollen in Supermärkten standardisiert ausgerollt werden und als sinnstiftender Kanal funktionieren.
Dafür braucht es drei Dinge:
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Rolloutfähigkeit: Effiziente Installation und Betrieb in den Filialen
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Lokale Relevanz: Inhalte passend zu Filiale, Sortiment und Aktionen
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Produktlogik statt Projektlogik: Ein Angebot, das kommerzialisierbar und betreibbar ist
Genau an diesem Punkt wird aus einem Screen ein funktionierendes Medienprodukt.
Content Automation statt manueller Kreation.
Die Lösung liegt in solchen Setups meist nicht mehr in manueller Erstellung und Distribution, sondern in einem System, das Inhalte automatisiert verarbeitet und ausspielt.
Das bedeutet in der Praxis:
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Schnittstellen zu relevanten Retail-Systemen
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Automatisierte Content-Erstellung
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Standardisierte Templates über mehrere Screen-Formate
So wird aus einzelnen Screens ein skalierbarer Kanal. Inhalte bleiben markenkonform und können gleichzeitig dynamisch und lokal relevant ausgespielt werden.
Digital Signage Setup am POS: Inventar und Regeln.
Ein funktionierendes In-Store-Retail-Media-Setup startet nicht beim Spot, sondern bei der Inventarlogik und klaren Betriebsregeln.
Wichtige Grundlagen sind:
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Welche Screen-Standorte gibt es?
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Welche Inhalte dürfen wo laufen?
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Welche Prioritäten gelten für nationale und lokale Inhalte?
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Welche Datenquellen steuern Verfügbarkeit, Aktionen und Tageshighlights?
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Welche Templates sind für welche Formate freigegeben?
Diese Grundlagenarbeit reduziert den späteren Aufwand deutlich und schafft die Basis für einen skalierbaren Rollout.
Digital Signage Betrieb skalieren: Prozesse und Monitoring.
Ob ein Setup wirklich funktioniert, zeigt sich nicht im Pilot, sondern im Alltag. Entscheidend sind klare Prozesse, ein sauberer Betrieb und ein System, das auch über mehrere Filialen stabil läuft.
Bewährt hat sich in der Praxis:
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Standardisierte Installations- und Auslieferungsprozesse
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Klare Verantwortlichkeiten zwischen Retail Media Team, Ladenbau und Technik
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Modulare Templates statt Einzelmotive
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Ein benutzerfreundliches CMS für nationale und lokale Ausspielung
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Monitoring als fester Bestandteil des Betriebs
So wird Digital Signage vom Einzelprojekt zum steuerbaren Teil der POS-Kommunikation.
Lokale Inhalte am POS erhöhen die Relevanz.
Am Regal wirken Inhalte dann besonders stark, wenn sie zur konkreten Einkaufssituation passen. Lokal relevante Inhalte sind deshalb nicht einfach zusätzliche Werbung, sondern oft konkrete Orientierung im Kaufprozess.
Zum Beispiel:
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Aktuelle Promo in dieser Filiale
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Passendes Bundle
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Alternative bei Nichtverfügbarkeit
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Neuheit im lokalen Sortiment
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Tageshighlight mit direktem Bezug zum Einkauf
Dadurch wird die Kommunikation hilfreicher, kontextbezogener und ist näher am persönlichen Bedarf. Automation ist deshalb nicht nur ein Effizienzthema, sondern vor allem auch ein Relevanzthema.
Messbarkeit am POS beginnt beim Betrieb.
Messbarkeit beginnt nicht erst bei der Kampagnenauswertung, sondern beim Betrieb selbst.
Zuerst muss klar sein:
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Wurde Content korrekt ausgespielt?
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Lief er am richtigen Standort und im richtigen Zeitraum?
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Wurden lokale Regeln eingehalten?
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Ist das Inventar technisch verfügbar?
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Wie schnell können Inhalte live geschaltet werden?
Diese operative Messbarkeit ist die Grundlage für jede weitere Bewertung. Erst auf dieser Basis lassen sich Kampagnenleistung und Optimierungen sauber einordnen.
Takeaways für In-Store Retail Media mit Digital Signage.
Für ein skalierbares In-Store Retail Media Projekt mit Digital Signage sind diese Aufgaben zentral:
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Inventar und Regeln zuerst definieren
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Mit Templates statt Einzelmotiven arbeiten
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Schnittstellen konsequent mitdenken
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Lokale Relevanz als Pflicht verstehen
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Betrieb und Monitoring als Teil des Produkts planen
So entsteht aus einer guten Fläche ein zielführender Kanal.
Interessiert an einem Austausch zum Thema «Digital Signage»?
Schreib Damian:
In-Store Retail Media mit Digital Signage
Was ist In-Store Retail Media?
In-Store Retail Media bezeichnet digitale oder physische Werbeflächen im stationären Handel, die direkt im Ladenumfeld genutzt werden. Dazu gehören unter anderem Screens, Regal-Stelen oder Flächen im Eingangsbereich. Der Vorteil liegt in der Nähe zum Kaufmoment.
Warum ist Digital Signage für In-Store Retail Media besonders relevant?
Digital Signage ermöglicht eine flexible und zeitnahe Ausspielung von Inhalten am POS. Botschaften können je nach Filiale, Sortiment, Aktion oder Zeitraum angepasst werden. Dadurch steigt die Relevanz im Vergleich zu statischen Werbemitteln.
Was ist der grösste Engpass bei In-Store Screens im Supermarkt?
In vielen Fällen ist nicht die Hardware der Engpass, sondern die Content-Bespielung im Betrieb. Wenn Inhalte manuell pro Filiale angepasst werden müssen, steigt der Aufwand stark und die Skalierung wird schwierig.
Warum sind lokal relevante Inhalte am POS so wichtig?
Kaufentscheidungen entstehen im konkreten Kontext. Inhalte, die zur Filiale, zum Sortiment und zur aktuellen Situation passen, sind hilfreicher und wirken näher am Bedarf. Das erhöht die Relevanz im Kaufmoment.
Was braucht es, damit Digital Signage am POS skalierbar wird?
Ein skalierbares Setup braucht klare Inventarregeln, standardisierte Templates, Schnittstellen zu relevanten Systemen, ein benutzerfreundliches CMS sowie Prozesse für Betrieb und Monitoring.
Wie lässt sich Digital Signage am POS messen?
Messbarkeit beginnt mit operativen Fragen wie korrekter Ausspielung, Verfügbarkeit und Timing. Darauf aufbauend können Kampagnen strukturierter bewertet und optimiert werden.