Daniela Wechsler
Digital Communication Consultant
Sponsoring lebt von Emotionen: vom Tor in der letzten Minute, vom Jubel im Stadion, vom Lieblingssong auf der Festivalbühne. Für Sponsoring-Verantwortliche stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Wie wird meine Marke nicht nur sichtbar, sondern Teil dieser Momente? Eine Antwort darauf ist Gamification.
Denn wer Menschen nicht nur zuschauen, sondern mitmachen, sich messen oder gemeinsam etwas erreichen lässt, verändert die Rolle des Sponsors: Aus einer Marke wird ein Teil des Erlebnisses.
An einem Spieltag, Festival oder Konzert konkurrieren zahlreiche Marken um Aufmerksamkeit. Die Sponsoring-Fläche ist gekauft – die Aufmerksamkeit noch lange nicht. Genau hier setzt Gamification im Sponsoring an: Nicht noch lauter senden. Sondern einen Grund geben, mitzumachen.
Wie sieht Gamification im Sponsoring konkret aus?
Stell dir vor, du bist Fussballfan und kannst plötzlich gegen einen Top-Goalie antreten. Oder du misst dich beim Schwingfest mit dem digitalen Abbild des Schwingerkönigs. Oder du trittst mit Freund:innen bei einer Ruder-Challenge gemeinsam gegen die Zeit an.
Auch abseits des Sports lässt sich dieses Prinzip nutzen: Bei einem Festival können Besucher:innen in einer Dance-Competition gegeneinander antreten, «Rate den Song» spielen oder sich durch einen Quiz-Trail über das Gelände bewegen. An verschiedenen Stationen warten Fragen, Rätsel oder kleine Challenges – und aus einzelnen Touchpoints wird eine gemeinsame Experience.
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Entscheidend ist die Verbindung zum Sponsoring: Die Marke schafft den Moment, ermöglicht die Interaktion und wird dadurch Teil des Erlebnisses.
Was bringt Gamification im Sponsoring?
Eine gute Gamification-Aktivierung kann mehrere Ziele gleichzeitig unterstützen:
- Mehr Aufmerksamkeit: Aktive Teilnahme statt flüchtiger Blickkontakt.
- Längere Kontaktzeit: Aus Sekunden werden bewusste Interaktionen.
- Stärkere Markenerinnerung: Erlebnisse bleiben anders im Gedächtnis als reine Werbebotschaften.
- Positive Emotionen: Spannung, Freude, Ehrgeiz oder Teamgeist werden mit der Marke verknüpft.
- Messbarkeit: Teilnahmen, Spieldauer oder Wiederholungen liefern konkrete Kennzahlen für das Sponsoring-Reporting.
- Differenzierung: Während andere Marken sichtbar sind, schafft die eigene einen Moment, an dem Menschen aktiv beteiligt sind.
Worauf kommt es bei einer Gamification-Aktivierung an?
Eine gute Sponsoring-Aktivierung beginnt nicht mit der Frage «Welches Game können wir bauen?», sondern mit «Welche Rolle soll unsere Marke in diesem Erlebnis spielen?»
Ein interaktiver Screen, ein Sensor, eine LED-Bande, ein Smartphone oder ein digitales Ranking können eine Experience möglich machen. Entscheidend ist nicht die Technologie, sondern die Idee dahinter: Was soll die Person erleben? Was soll sie fühlen? Und was hat dieser Moment mit der Marke zu tun?
Besonders spannend wird es, wenn Gamification mit weiteren Sponsoring-Touchpoints zusammenspielt – etwa mit LED-Banden, Screens, Social Media oder digitalen Plattformen.
So wird aus einem einzelnen Spiel eine vernetzte Sponsoring-Aktivierung. Wichtig sind ausserdem eine niedrige Einstiegshürde und eine klare Verbindung zum Event. Gute Gamification versteht man in wenigen Sekunden und kann sie unmittelbar ausprobieren.
Vom Logo zum Lieblingsmoment.
Sponsoring war lange stark von einer Frage geprägt: Wo ist meine Marke sichtbar?
Heute lohnt sich eine zweite: Was erlebt meine Zielgruppe mit meiner Marke?
Genau darin liegt das Potenzial von Gamification im Sponsoring. Ein Logo kann man sehen und wieder vergessen. Ein Erlebnis, bei dem man selbst mitgespielt, gegen sein Idol angetreten oder gemeinsam ein Ziel erreicht hat, bleibt anders in Erinnerung.
Sponsoring gibt einer Marke die Bühne. Gamification gibt dem Publikum einen Grund, diese Bühne zu betreten. Am Ende geht es also nicht darum, irgendein Spiel ins Sponsoring zu bringen. Es geht darum, einen Moment zu schaffen, den Menschen erleben, weitererzählen und mit der Marke verbinden. Stehen bleiben. Mitmachen. Mitfiebern. Erinnern.
Interessiert an einem Austausch zum Thema «Gamification»?
Schreib Daniela:
Häufige Fragen zu Gamification im Sponsoring
Welche Ziele lassen sich mit Gamification im Sponsoring erreichen?
Mehr Aufmerksamkeit durch aktive Teilnahme, längere Kontaktzeit, stärkere Markenerinnerung, positive Emotionen, Messbarkeit über Teilnahmen und Spieldauer sowie Differenzierung gegenüber anderen Sponsoren.
Welche Technologie braucht eine Gamification-Aktivierung?
Ein interaktiver Screen, ein Sensor, eine LED-Bande, ein Smartphone oder ein digitales Ranking können eine Experience möglich machen. Entscheidend ist nicht die Technologie, sondern die Idee dahinter.
Für welche Sponsoringbereiche eignet sich Gamification?
Gamification funktioniert im Sportsponsoring ebenso wie an Festivals und Konzerten. Im Sport etwa mit einem Duell gegen einen Top-Goalie oder einer Ruder-Challenge, am Festival mit einer Dance-Competition, «Rate den Song» oder einem Quiz-Trail über das Gelände.
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